Ihre Vision im Himmel über Berlin

30.000 Botschaften werden zu einer großen Kunstinstallation, die während der Festivalwoche scheinbar schwerelos am Brandenburger Tor schwebt.

Was sind Ihre Botschaften, Wünsche, Hoffnungen? Werden Sie mit Ihrer Stimme Teil der Kunstinstallation.

4. — 10.
November
2019

30 Jahre Friedliche Revolution — Mauerfall

Die Berliner Festivalwoche zum 30. Jubiläum der Friedlichen Revolution und des Mauerfalls vom 4. bis 10. November 2019

Die Berliner Festivalwoche vom 4. bis 10. November widmet sich dem 30. Jubiläum der Friedlichen Revolution und des Mauerfalls: Die Hauptstadt wird zu einem großen Open-Air-Ausstellungs- und Veranstaltungsgelände. Bei über hundert Veranstaltungen an sieben Originalschauplätzen der Friedlichen Revolution sind alle Besucher*innen dazu eingeladen, sich zu informieren, sich zu erinnern, mit anderen Menschen ins Gespräch zu kommen und zu feiern.

Berlin verwandelt sich an diesen sieben Orten, die gestern wie heute unzertrennbar mit der Friedlichen Revolution und dem Mauerfall verbunden sind, in eine Bühne unter freiem Himmel:

7 Tage – 7 Orte

Die Festivalwoche macht an sieben Tagen die Geschichte der Friedlichen Revolution und des Mauerfalls dort erlebbar, wo sie stattgefunden hat: Diese Orte erinnern an Schlüsselereignisse beim Sturz des SED-Regimes, an die Courage der Menschen, die sich gegen die Diktatur stellten sowie an den demokratischen Aufbruch in eine neue Zeit.

Von den Formierungsprozessen der DDR-Opposition, die an der Gethsemanekirche im Fokus stehen, über die größte Protestdemonstration in der DDR am 4. November 1989 auf dem Alexanderplatz, bis zu den Freudenszenen der Maueröffnung am Brandenburger Tor. Dazu gehören genauso die ersten Begegnungen von West- und Ost-Berliner*innen am Kurfürstendamm. Der Bogen spannt sich über die Besetzung der Stasi-Zentrale in Lichtenberg am 15. Januar 1990, durch die der SED endgültig ihre wichtigste Machtstütze genommen wurde, bis zum wohl größten Erfolg der Friedlichen Revolution, den ersten freien Wahlen und der anschließenden Konstituierung des ersten frei gewählten Parlaments der DDR-Geschichte, der am Schlossplatz, dem heutigen Standort des Humboldt Forums, in den Blick genommen wird. Die East Side Gallery steht schließlich für den symbolträchtigen Akt der kulturellen Aneignung.

Großflächige 3D-Videoprojektion inszenieren die Orte

Diese Orte und deren markante Gebäude werden während der Festivalwoche auf besondere Weise inszeniert. Großflächige 3D-Videoprojektionen aus historischen Bildern, Animationen und Sound-Effekten reproduzieren die Atmosphäre der jeweiligen Orte und die Stimmung der Menschen von damals und erzählen Geschichte und Geschichten dort, wo sie geschahen. Sechs der sieben Originalschauplätze werden an jedem Tag der Festivalwoche nach Anbruch der Dunkelheit bis spät in die Nacht multimedial inszeniert und erfahrbar gemacht. So werden beispielsweise auf dem Alexanderplatz die Wünsche, Hoffnungen und Forderungen hunderttausender Demonstrant*innen erlebbar, die hier am 4. November 1989 selbstbewusst der SED-Führung die Stirn boten. Am Humboldt Forum wird die historische Fassade des ehemaligen Palasts der Republik wieder sichtbar und die wichtigen Stationen und Ereignisse auf dem Weg zu einer demokratischen DDR beleuchtet.

Das Festivalprogramm

Über den gesamten Festivalzeitraum werden alle sieben Orte an sieben Tagen mit einem abwechslungsreichen Programm aus weit über einhundert Veranstaltungen gestaltet. Dazu zählen zahlreiche Konzerte verschiedener Genres, etwa „Mauern werden einstürzen“ von Patti Smith und Tony Shanahan in der Gethsemanekirche, die bereits einen Tag zuvor mit ihrem Programm „Erinnerung“ im Pierre Boulez Saal auftreten. Weitere Konzerte spielen etwa Die Seilschaft oder die Bolschewistische Kurkapelle Schwarz-Rot. Theaterstücke wie „Krokodil im Nacken“, eine Inszenierung für Jugendliche und Erwachsene nach dem Buch von Klaus Kordon, oder „Die Schwäne vom Schlachthof“, eine Kooperationsveranstaltung mit dem Maxim Gorki Theater, sind ebenfalls zu sehen.

Darüber hinaus: Viele spannende Workshops, Filmreihen, Lesungen, Zeitzeug*innengespräche und Diskussionen mit Journalist*innen, Historiker*innen und Politiker*innen sowie Führungen durch die Stadtgeschichte — ein Programm für eine Geschichte, so vielfältig wie die Stimmen, die sie erzählen. Im weiteren Verlauf finden Sie auf dieser Website das vollständige Programm in einem umfangreichen Veranstaltungskalender.

Die Ausstellungen

Open-Air-Ausstellungen nehmen an den sieben Orten die geschichtlichen Hintergründe der Ereignisse von 1989/90 in den Blick und stellen sie in Texten und Bildern dar. An den Originalschauplätzen können alle Besucher*innen über den gesamten Festivalzeitraum in die Geschichte von damals eintauchen. Greifbar wird dies durch die Berichte von Zeitzeug*innen: In einem umfangreichen Interviewprojekt wurden ihre Geschichten gesammelt und aufbereitet, um in Form von Zitaten und Hörstationen eine Vielfalt an Stimmen zu Wort kommen zu lassen. Über die Stadt verteilt entsteht so eine Ausstellung, die alle Orte miteinander in Beziehung setzt und die Vielfältigkeit der Themen widerspiegelt: vom Geschehen vor Ort bis zu den welt- und europapolitischen Kontexten, von der langen Geschichte des Widerstands gegen die kommunistischen Diktaturen bis zur Rolle der Westmedien beim Mauerfall, von den vielfältigen Brüchen und Transformationen der 1990er-Jahre bis zu migrantischen Perspektiven.

Der Abend des 9. November

Der Abend des 30. Jahrestags des Mauerfalls wird mit einer großen Bühnenshow am Brandenburger Tor gefeiert: Die Staatskapelle unter der Leitung von Daniel Barenboim eröffnet das Programm, das durch Akteur*innen der Friedlichen Revolution, Zeitzeug*innen, Musiker*innen, Performer*innen und Menschen, die auch heute Haltung zeigen und Mut machen, gestaltet wird. WestBam leitet am Brandenburger Tor in die Europäische Clubnacht der Berliner Clubcommission über, die in 27 Clubs in ganz Berlin gefeiert wird.

Eine Festivalwoche zum Mitmachen

Die Festivalwoche ist eine Plattform des Miteinanders und des Mitmachens. Ab September 2019 findet sich auf dieser Website ein zentraler Veranstaltungskalender, der einen Überblick über die vielfältigen Angebote in Berlin außerhalb der Festivalwoche gibt. Museen, Gedenkstätten, Vereine, Bildungseinrichtungen, Initiativen und Künstler*innengruppen sind eingeladen, daran mitzuwirken.

„Ihre Vision im Himmel über Berlin“

Hunderttausende haben während der Friedlichen Revolution mutig ihre Stimme erhoben und zum Fall der Mauer beigetragen. In Anlehnung an die Transparente, die bei den Demonstrationen der Friedlichen Revolution getragen wurden, sind alle Berliner*innen und Gäste dazu eingeladen, ihre eigenen Botschaften, Wünsche und Hoffnungen für die Zukunft oder auch ihre Erinnerungen an die Vergangenheit zu teilen. 30.000 Botschaften werden zu einer großen Kunstinstallation, einem sogenannten Skynet von Patrick Shearn, Poetic Kinetics, das während der Festivalwoche scheinbar schwerelos am Brandenburger Tor schwebt.

Über Patrick Shearn, Poetic Kinetics
Patrick Shearn ist international bekannt für seine eindrucksvollen, überlebensgroßen kinetischen Skulpturen, die er nach seinem Debüt in Los Angeles in den USA und in verschiedenen Orten der Welt installiert hat. Die Kunstinstallation am Brandenburger Tor ist die aktuellste kinetische Installation seiner Skynet-Serie, die die natürlichen Bewegungen des Windes nachvollziehen.

 

Bis Ende September kann jede*r an mehreren Stationen in Berlin sein bzw. ihr Band beschriften. Wo genau, steht in Kürze auf dieser Website. Außerdem können die Botschaften online eingereicht werden.

Die Mauer in 3D: MauAR

Die App MauAR visualisiert die Teilungsgeschichte an der Berliner Mauer von 1961 bis 1989 per Augmented Reality. Erstmalig werden so die rund 160 Kilometer des Mauerverlaufs als originalgetreues 3D-Modell virtuell in Augmented Reality dargestellt. An drei exemplarischen Zeitpunkten – 1961, 1971 und 1981 – lässt sich nachvollziehen, wie die Mauer das Stadtbild über drei Jahrzehnte prägte und wie sie sich samt der Sperranlagen über die Jahrzehnte zu einem lebensgefährlichen Grenzsperrsystem entwickelte.

Und so funktioniert es: Öffnet man MauAR an einem Ort, wo einst die Berliner Mauer stand, erscheint ein bewegliches 3D-Modell der Mauer in Originalgröße auf dem Smartphone oder Tablet. Die Betrachter*innen können sich die virtuelle Berliner Mauer aus allen Perspektiven und Winkeln ansehen. In fünf Episoden wird anhand von Animationen, Bildern, Videos, Texten, Geräuschen und Musik erzählt, wie sich die Berliner Mauer zwischen 1961 und 1989 verändert hat. Dabei schildern zwei fiktionale Charaktere ihre Erlebnisse aus dieser Zeit, der eine aus der Ost-, die andere aus der Westperspektive.

Anlässlich der Festivalwoche „30 Jahre Friedliche Revolution – Mauerfall“ entstehen in Kooperation mit Kulturprojekte Berlin fünf Sonder-Episoden, die in der Festivalwoche an den Originalschauplätzen der Friedlichen Revolution die historischen Geschehnisse aufgreifen und nacherzählen. So kann man beispielsweise auf dem Alexanderplatz an der Demonstration vom 4. November 1989 virtuell teilnehmen. MauAR gibt es kostenlos zum Download unter www.mauar.berlin.

Aus Mut gemacht – Das Filmprojekt

Mut, Mauerfall, Mauern heute: Was ist die Meinung von Berliner Schüler*innen zu diesem Thema? Kurzfilme, die Kinder und Jugendliche selbst gedreht haben, werden auf der Website www.mauerfall30.berlin und im Rahmen der Festivalwoche präsentiert.